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Nature and Science

Published: 06/03/2008

Author: Fredy Brauchli

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Manta Rochen

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Den Sand nach Futter durchsuchender Adlerrochen.


Auf der Sandfläche ruhender Blaupunktrochen.


Der Blaupunktrochen durchpflügt den Sand bei der Nahrungssuche.


Der weit verbreitete Schwarzpunktrochen.


Der farblich perfekt getarnte Kuhl’s Stechrochen gräbt sich meist im Sand ein - oft sind nur die Augen sichtbar.


Ein Vergleich von Augen und Zeichnung der oft verwechselten Blaupunktrochen (links) und Kuhl’s Stechrochen (rechts).


Obwohl keine Seltenheit, wird er von Tauchern nicht oft angetroffen: der Sand- oder Igelrochen.


Über das Riff hinweg gleitender Mantarochen.


Gehört zu den grössten Arten: der Peitschenschwanzrochen.

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Gehört zu den grössten Arten: der Peitschenschwanzrochen.

Gehört zu den grössten Arten: der Peitschenschwanzrochen.

Rochen

Fast jeder Taucher hat schon einmal einen Rochen gesehen. Dennoch warten die beeindruckenden Riesen mit einigen Überraschungen auf. Ihre zoologische Systematik ist bis heute noch umstritten.

Begegnungen mit Rochen sind zwar nichts Aussergewöhnliches. Dennoch schenken wir diesen Tieren immer wieder gerne unsere Aufmerksamkeit. Um die grössten Vertreter – die Mantas – anzutreffen, werden zuweilen längere Bootsfahrten in Kauf genommen. Und das ist nicht verwunderlich, denn niemand wird von sich behaupten, sich der Eleganz dieser Riesen entziehen zu können.

Andererseits begegnen wir den meisten Rochen mit einer gewissen Vorsicht. Auch das ist gut so. Spätestens seit dem tödlichen Unfall des Australiers Steve Irwin wurde uns die potenzielle Gefährlichkeit der Stechrochen mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt.

Verwandtschaft mit Haien

Rochen sind eng mit den Haien verwandte Fische. Ihnen gemeinsam ist die Eigenschaft, dass sie keine Knochen, sondern ein Skelett aus Knorpel besitzen. Deshalb gehören sie zur Klasse der Knorpelfische. Rochen unterscheiden sich von Haien vor allem durch zwei Merkmale: Die Kiemen der Rochen liegen an ihrer Unterseite, während sie sich bei Haien an den Körperflanken befinden. Andererseits verfügen Rochen über vergrösserte und flügelähnlich ausgebildete Brustflossen.

Entstanden sind die Rochen ursprünglich als Seitenlinie der Haie. Durch ihre Kiemen an der Körperunterseite sind sie in der Lage, sehr schnell zu starten, indem sie Wasser durch ihre Kiemen ausblasen (Rückstossprinzip).

Umstrittene Systematik

Je nach konsultierter Quelle wird die Systematik bis zum heutigen Tag unterschiedlich dargestellt. Man spricht von bis zu 5 Unterordnungen, fast 20 Familien, gegen 50 Gattungen und weit über 300 Arten. Anhand ihrer spezifischen Fähigkeiten und Besonderheiten lassen sich die Tiere wie folgt unterteilen:

  • Stachelrochenartige
  • Echte Rochen
  • Elektrische Rochen/Zitterrochen
  • Sägerochen
  • Geigenrochen.

1. Stachelrochenartige

Wie ihr Name sagt, verfügen die oval- bis rautenförmigen Stachelrochen über einen langen, meist peitschenförmigen Schwanz, der zur Verteidigung mit mehreren Stacheln besetzt sein kann. Die spitzen, mit Widerhaken versehenen Stacheln sind zudem noch mit einer Giftdrüse versehen. Einen allenfalls verlorenen Stachel können die meisten dieser Rochen regenerieren. Ein Stich von einem Stachelrochen bedeutet eine sehr schmerzhafte Verletzung - zudem meistens eine Vergiftung. Herz, Atmung, Kreislauf und das zentrale Nervensystem werden vom Gift angegriffen und können zum Tod führen.

Zu den Stachelrochen gehören ca. 130 Arten, unter ihnen die bekannten Blaupunktrochen, Adlerrochen, Peitschenschwanz- und Stechrochen, Kuhnasen-, Schmetterlings- und Teufelsrochen. Letztere sind besser bekannt unter dem Namen Mantarochen.

2. Echte Rochen

Die Echten Rochen besitzen einen rhombischen, sehr flachen Körper mit einem schlanken, stachellosen Schwanz. Sie leben in allen Weltmeeren, von der Arktis bis zur Antarktis, meist auf Sand- oder Kiesgrund. Ihr grösster Vertreter ist eine an der Westküste Afrikas lebende Tiefseeart von 3,5 Metern Länge. Im Gegensatz zu allen anderen Rochenarten sind die Echten Rochen Eier legend und nicht lebend gebärend. Ihre Jungen schlüpfen nach 4 bis 14 Monaten aus den Eikapseln.

3. Elektrische Rochen/Zitterrochen

Diese Rochen haben die Fähigkeit, Stromstösse auszuteilen. Deren Spannung liegt i.d.R. zwischen 20 und 80 Volt, maximal allerdings bei 200 Volt und dies bei 3-7 Ampère. Taucher, die diesen Tieren zu nahe kommen, können einen Stromschlag erhalten und in eine nicht ungefährliche Schocksituation geraten.

4. Sägerochen

Ihren Namen verdanken diese Tiere der langen, schwertförmigen, mit bis zu 32 Zähnen besetzten Schnauze. Ihre Hai-Ähnlichkeit ist gross, unterscheidet sie aber klar durch die unten liegenden Kiemenöffnungen. Sie leben sowohl im Süss- als im Salzwasser.

5. Geigenrochen

Geigenrochen besitzen ebenfalls grosse Ähnlichkeit mit Haien. Ihre grossen Brustflossen sowie die Lage der Kiemen sind jedoch charakteristisch für Rochen. Ihr Vorderkörper ist rochenartig ausgebildet, während der Hinterkörper lang gestreckt ist und über eine typische Schwanzflosse sowie zwei Rückenflossen verfügt. Ihr Gebiss besteht aus winzigen, in bis zu 70 Reihen angeordneten Zähnen. Sie leben vorzugsweise in Küstennähe.

Lebensraum und Nahrung

Die Mehrzahl der Rochen lebt im Meer, während sich einige Arten in Flussmündungen aufhalten oder sich sogar ans Süsswasser gewöhnt haben. Flache Gewässer in Küstennähe gehört zum bevorzugten Lebensraum.

Die Nahrung der Rochen besteht aus Kleingetier, das sich in Bodennähe aufhält: Kleinere Fische, Plattfische, Krebse, Hummer, Muscheln, Seesterne, Schnecken, Würmer usw.

Vorsichtsmassnahmen für Taucher

  • Einem ruhenden Rochen, der nur einen Fluchtweg hat, nie den freien Weg versperren.
  • Als Gruppe einen Rochen nicht umringen.
  • Nicht direkt über einen Rochen hinweg schwimmen. Er kann es als Bedrohung empfinden und seinen Giftstachel einsetzen.