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Natur und Wissenschaft

Veröffentlicht: 17.01.2008

Autor: Fredy Brauchli

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Geografische Angaben

Breitengrad: 4.0025 / N 4° 0.15'
Längengrad: 72.804199 / E 72° 48.252'

Bilder



Wurdemanns Garnele (engl. Peppermint Shrimp) auf einem Azur-Vasenschwamm.


Putzergarnele (Putzende Felsengarnele) auf dem Rücken einer Braunen Muräne.


Tanzgarnelen in Spalten und auf felsigem Untergrund.


Gebänderte Scherengarnele.


Hohlkreuz-Garnele: Das Aufrichten und Wippen gehört zum Kommuni-kationsverhalten (Nahaufnahme).


Hohlkreuz-Garnele: Das Aufrichten und Wippen gehört zum Kommunikationsverhalten.


Anemonen-Garnele (weibl. Exemplar) in einer Anemone.


Weissband-Putzergarnele.


Drahtkorallen-Garnele (nur bis 12 mm gross), in der Regel farblich der Drahtkoralle angepasst.


Tosa-Partnergarnele (Anemonengarnele).

Videos

Soziale Lesezeichen



Dünnfuss-Putzergarnele, eine selten gesehene Art.

Dünnfuss-Putzergarnele, eine selten gesehene Art.

Garnelen

Garnelen bieten Tauchern immer wieder Gelegenheit zu eindrücklichen Beobachtungen. Meistens an Putzerstationen, zuweilen auch als Symbiosepartner.

Garnelen gehören zur Klasse der Krebstiere und bilden eine eigene Unterordnung, bestehend aus insgesamt 23 Familien. Weltweit sollen bis zu 3'000 Garnelenarten existieren. Ihre Kennzeichen sind lange Fühler, zehn Füsse sowie hornartige, biegsame Körperbedeckungen und eine längliche Gestalt. Die Farbgebung variiert von grünbräunlich über gelb bis hin zu rosa und braunrot. Einige Arten sind leicht durchsichtig. Garnelen sind auf der ganzen Welt verbreitet. Man unterscheidet zwischen Warm- und Kaltwassergarnelen sowie Meeres- und Süsswassergarnelen. Im Rahmen dieses Beitrages werden einige wenige Arten von Meeresgarnelen aus tropischen Gewässern vorgestellt, die vor allem von Sporttauchern immer wieder gerne beobachtet werden.

„Putzergarnelen“ befreien Fische vor Parasiten

Putzergarnelen sind meist sehr schön und auffällig gezeichnet. Sie halten sich gerne in Höhlen oder unter offen liegenden Steinen auf und bieten ihre guten Dienste an sog. Putzerstationen an, indem sie die putzwilligen Fische von ihren Parasiten befreien und diese fressen. Zu den „Putzergarnelen“ können bspw. die in der Karibik vorkommende Wurdemanns Putzergarnele, die rot und weiss gebänderte Scherengarnele, die Weissband-Putzergarnele oder die Putzende Felsengarnele gezählt werden. Sie sind es, welche die Taucher durch ihr emsiges Treiben immer wieder zum Verweilen und Beobachten einladen.

Garnelen als Symbiosepartner

Häufig erkannte Symbiosepartner sind die Anemonen- und die Drahtkorallen-Garnelen. Wenn auf einer Wirtsanemone eine Kolonie von Anemonen-Garnelen beobachtet wird, so besteht diese aus einem geschlechtsreifen Weibchen, mehreren Männchen und oft zahlreichen Jungtieren. Während das Weibchen die Tentakel der Wirtsanemone abkneift, fressen die Männchen Schleim und organische Rückstände von abgestorbenen Pflanzen und Tieren (Detritus). Die ausschliesslich auf der Drahtkoralle Cirripathes vorkommende, nur wenige Millimeter kleine Drahtkorallen-Garnele beteiligt sich als Mitesser an der von der Koralle eingefangenen Nahrung.

Eigentümliches Kommunikationsverhalten

Zwei Garnelenarten fallen den Tauchern speziell durch ihr Bewegungsverhalten auf: die Hohlkreuz-Garnelen und die Tanzgarnelen. Erstere richten ihren Hinterleib auf und machen wippende Bewegungen. Dies ist Teil ihres eigentümlichen Kommunikationsverhaltens. Hierbei üben ihre weissen Augenflecken eine Signalfunktion aus. Die in grösseren Gruppen und in schattigen Nischen vorkommenden Tanzgarnelen verdanken ihren Namen den anmutigen Bewegungen, welche an einen Tanz erinnern.

Riesiger Bedarf als Nahrungsmittel

Vor allem die Familien der Geissel- und Felsengarnelen, die man im Pazifik, im Indischen Ozean und im Atlantik findet, aber auch in den Flussmündungen am Indopazifik und an den südamerikanischen und afrikanischen Küsten vorkommen, sind im Verlaufe der letzten Jahrzehnte als Nahrungsmittel immer beliebter geworden. Um den stark gestiegenen Bedarf befriedigen zu können, wurde immer mehr die künstliche Zucht ausgebaut. Dies mit verheerenden Folgen für die betroffenen Küstengebiete, vor allem in Südostasien und Mittelamerika.