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Home > Magazin > Natur und Wissenschaft > Büschelbarsche – eine Herausforderung für UW-Fotografen

Natur und Wissenschaft

Veröffentlicht: 15.12.2007

Autor: Fredy Brauchli

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Barsch

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Bilder



Der Autor: Fredy Brauchli.


Langnasen-Büschelbarsch (Oxycirrhites typus). Shaab Sharm, Aegypten (Rotes Meer). Ist an strömungsreichen und tiefabfallenden Hängen anzutreffen.


Monokel-Büschelbarsch (Paracirrhites arcatus). Pandan (Occ. Mindoro), Philippinen. Lauert meistens auf Korallenköpfen.


Zwerg-Büschelbarsch (Cirrhitichthys falco). Pandan (Occ. Mindoro), Philippinen. Bevorzugt Korallenriffe als Lebensraum und passt sein Farbenkleid an.


Fadenflossen-Büschelbarsch (Cirrhitichthys aprinus). Negros, Philippinen. Kennzeichen: keine Flecken auf der Schwanzflosse.


Forsters Büschelbarsch (Paracirrhites forsteri). Zeichnung eines Tieres aus dem Rasdhoo Atoll, Malediven.


Gestreifter Korallenwächter (Paracirrhites forsteri). Dunkle Zeichnung eines Tieres aus dem südlichen Aegypten (Rotes Meer).

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Gestreifter Korallenwächter (Paracirrhites forsteri). Dunkle Zeichnung eines Tieres aus dem südlichen Aegypten (Rotes Meer).

Gestreifter Korallenwächter (Paracirrhites forsteri). Dunkle Zeichnung eines Tieres aus dem südlichen Aegypten (Rotes Meer).

Büschelbarsche – eine Herausforderung für UW-Fotografen

Die Büschelbarsche (Cirrhitidae) stellen Kleinode im Korallenriff dar. Wachsam im Riff lauernd können sie gut beobachtet werden, für den UW-Makroliebhaber stellen sie aber eine reizvolle Herausforderung dar.

Die sich aus 9 Gattungen und 35 Arten zusammensetzende Familie besteht aus kleinen farbigen Vertretern, die mit Vorliebe ruhig auf exponierten Korallenköpfen sitzen. Das hat ihnen auch den Namen Korallenwächter eingetragen. Fast regungslos lauern sie auf vorbeischwimmende Beute, wobei sie sich auf ihren kräftigen Brustflossen abstützen. Dank ihrer guten, dem Lebensraum angepassten farblichen Tarnung verschmelzen sie optisch fast mit dem Riff. Schwimmen hingegen Jungfische, Garnelen oder Kleinkrebse vorbei, so schnellen die Büschelbarsche pfeilschnell vorwärts und überrumpeln ihr Opfer. Zwar verfügen sie über keine Schwimmblase und sind deshalb bodengebundene Riffbewohner, die eher selten und gegebenenfalls lediglich kurze Strecken schwimmen. In ihrem Kleinst-Revier lieben sie es allerdings, öfters den Sitz- und Beobachtungsplatz zu wechseln. Lediglich der weniger Substrat-gebundene Gabelschwanz-Büschelbarsch bildet eine Ausnahme. Er schwimmt bei der Nahrungssuche oft zusammen mit Fahnenbarschen und wird denn auch prompt mit ihnen verwechselt.

Charakteristische Flossenanhängsel („Cirrhi“)

Den Namen haben die Büschelbarsche von ihrer unverwechselbaren Eigenart, den mehr oder weniger ausgeprägten, fransenartigen Büscheln an ihren Rückenflossen. Die meisten Korallenwächter wirken wegen ihrer eher gedrungenen Gestalt wie Mini-Zackenbarsche, vom Familien-untypischen Langnasen-Büschelbarsch einmal abgesehen. Dieser geniesst in Taucherkreisen dank seinem schlanken Körper mit der langen Schnauze und der an ein Schottenmuster erinnernden Zeichnung besondere Beliebtheit. Er wird nur ca. 10 Zentimeter gross und hat seinen Lebensraum üblicherweise in Tiefen zwischen 25 und 100 Metern, wo er sich vorzugsweise in Gorgonienfächern oder Schwarzen Korallen aufhält.

Interessanter Geschlechtswechsel

Geschlechtsspezifische Farbunterschiede existieren bei den Büschelbarschen nicht. Nach heutigem Kenntnisstand sind sie alle Zwitter, die zuerst als Weibchen geschlechtsreif werden. Sofern es die Umstände erfordern, können sie später ihr Geschlecht umwandeln. Die Männchen ihrerseits bilden zuweilen mit mehreren Weibchen einen Harem und bewachen diesen mit der gebührenden Aufmerksamkeit. Der Langnasen-Büschelbarsch lebt unter bestimmten Voraussetzungen auch in flacheren Riffbereichen und dies ab und zu auch paarweise.

Variables Farbenkleid

Büschelbarsche können ihr Farbenkleid ihrem bevorzugten Lebensraum bzw. der Färbung ihrer Wirtskoralle anpassen. Dies erschwert sowohl die Beschreibung der einzelnen Arten wegen der doch stark variablen Zeichnung innerhalb der gleichen Art als auch die Bestimmung durch uns Taucher bei den Begegnungen.
Besonders ausgeprägt findet man die bei den Korallenwächtern typischen haarähnlichen Hautanhängsel an den Rückenflossenstacheln beim Zwerg-, beim Fadenflossen- oder beim Gefleckten Büschelbarsch. Dem fotografierenden Taucher gelingen – ruhiges, fast unmerkliches Annähern an die Büschelbarsche vorausgesetzt – besonders attraktive Aufnahmen, wenn sich die charakteristischen Büschel vor dunklem Hintergrund abbilden lassen. Vor den Preis haben jedoch in diesem Falle die Götter ganz klar die Geduld gesetzt.